Autoren
Martin Mosebach hat zwölf Jahre lang für überregionale Feuilletons über Konzerte, Bücher und Kulturdebatten geschrieben, bevor er sich entschloss, die Texte ohne Redaktionskonferenz und ohne Zeilenvorgabe zu verfassen — länger, schärfer, ungekürzt. Er hört mehr Aufnahmen, als gut für ihn ist, liest jeden Roman zu Ende, auch den, den er verreißt, und hält das begründete Urteil für die einzige Form der Höflichkeit, die ein Kritiker dem Werk schuldet.
Er schreibt im Präsens und in der ersten Person, weil Kunst in der Gegenwart verhandelt wird und weil hinter jedem Satz jemand stehen soll. Seine Texte bewegen sich zwischen Konzertsaal, Schreibtisch und der Frage, wem der Kanon eigentlich gehört. Wer Konsens sucht, ist hier falsch; wer ein Gegenüber sucht, richtig.